Stiftungen vergeben Stipendien an krisenbetroffene Studierende und Auszubildende

Medienmitteilung, 29. Juni 2021. Der Bund wird keine Gelder für coronabedingte finanzielle Notlagen von Studierenden und Auszubildenden bereitstellen. Deshalb engagiert sich nun der Verband SwissFoundations um den Betroffenen mit dringend benötigten Stipendien unter die Arme zu greifen.

Der Verband der Schweizer Förderstiftungen SwissFoundations lanciert einen Bildungsfond, um krisenbetroffene Auszubildende mit Nothilfegeldern zu unterstützen. Der «Foundation for Future» Fonds wird von der Stiftung EDUCA SWISS verwaltet und vergibt an krisenbetroffene Auszubildende Nothilfe, die nicht mehr zurückbezahlt werden muss. Diverse Stiftungen tragen mit Beiträgen von jeweils 20’000 Franken zum Bildungsfonds bei. Mit dieser Initiative übernimmt der Verband und seine Mitglieder soziale Verantwortung und reagiert auf den dringenden Handlungsbedarf, welcher durch die Corona-Krise ausgelöst wurde (siehe Bericht der Sendung 10vor10). Swiss Foundations hofft weitere Stiftungen für das gemeinsame Ziel gewinnen zu können.

Motion abgelehnt

Für verschiedene Bereiche hat der Staat aufgrund der Corona-Krise schweizweite Hilfsangebote innert kurzer Zeit bereitgestellt. Bei der wichtigsten Ressource der Schweiz – der Ausbildung der nächsten Generation –, gibt es nach wie vor keine einheitliche Lösung. Die bestehende öffentliche Nothilfe ist in jedem Kanton und an jeder Hochschule unterschiedlich. Dieser Flickenteppich ist willkürlich und hat zur Folge, dass viele Auszubildende gar keine Unterstützung erhalten.

Es besteht dringender Handlungsbedarf, der auch auf nationalpolitischer Ebene vermehrt wahrgenommen wird. Nationalrätin Franziska Roth (SP/SO) und Ständerätin Eva Herzog (SP/BS) forderten mit je einer Motion im Rahmen der Sommersession die Bereitstellung von Bundesmitteln für finanzielle Notlagen von Studierenden und Auszubildenden. Trotz standhaften Argumenten und der aktuell herausfordernden Situation im Bildungssektor wurde die Motion im Nationalrat mit 77 zu 100 Stimmen und im Ständerat mit 17 zu 21 Stimmen abgelehnt. Es gebe bereits heute ausreichende Instrumente zur Unterstützung von benachteiligten Studierenden, argumentierte der Bundesrat. Die bürgerliche Mehrheit in beiden Kammern folgte ihm.

6’000 Personen mit Studiumsabbruch konfrontiert

Laut dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI bietet ca. die Hälfte der Hochschulen spezifische Nothilfe an. Folglich hat knapp 50 % der Auszubildenden keinen Zugang zu finanziellen Hilfeleistungen. Auch fehlt noch immer eine schweizweite Erhebung der finanziellen Auswirkungen der Coronakrise auf die Studierenden, Resultate kommen nicht vor Sommer 2022. Laut einer ersten Erhebung der Uni Bern geben jedoch von 1’316 Studierenden 15 % einen Nebenjobverlust an, 11 % haben finanzielle Probleme, 19 % der Studierenden befürchteten eine Verlängerung des Studiums, über 3 % eine Studienunterbrechung und 2 % einen kompletten Studienabbruch. Von den aktuell rund 300’000 Studierenden sind demnach rund 6’000 Personen mit dem Abbruch ihres Studiums konfrontiert.

Bereits 600’000 Franken vergeben

Seit Beginn der Corona-Krise spiegelt sich die Not auch in den Anmeldezahlen von EDUCA SWISS, der Schweizerischen Stiftung für Bildungsförderung und -finanzierung wider, welche sich vervierfacht haben. In den vier Jahren Tätigkeit von EDUCA SWISS bis 2019 haben sich 1‘800 Kandidierende angemeldet. Allein im Jahr 2020 waren es aufgrund der Krise beinahe genauso viele, nämlich 1‘688. EDUCA SWISS hatte dazu bereits im ersten Lockdown als eine der ersten Institutionen eine schweizweite Lösung parat, welche schnell und unkompliziert Hilfe leisten konnte. Ein Covid-19-Notfallfonds wurde innert kürzester Zeit aktiviert und überbrückte die finanziell schwierige Lage der Studierenden mit zinslosen Darlehen bis zu 5‘000 Franken.

Mit rund 600’000 Franken konnten rund 140 Personen in Not unterstützt und konkrete Studienabbrüche und Überschuldungen abgewendet werden. Der Covid-19-Notfonds von EDUCA SWISS wird in Kürze erschöpft sein. Die Initiative von SwissFoundations schafft Zeit für eine Erholung der wirtschaftlichen Lage und sichert gleiche Chancen für alle.

Chancengerechtigkeit ist das Fundament des Schweizer Bildungssystems. Wenn auch ohne Coronakrise noch nicht perfekt: Laut einer Berechnung von Educa Swiss bleibt in der Schweiz jährlich ca. 10’000 Personen eine Ausbildung aus finanziellen Gründen verwehrt. EDUCA SWISS setzt alles daran, dass die Krise nicht zu zusätzlichen Studienabbrüchen und Beeinträchtigungen führt.

Für weitere Fragen wenden Sie sich gerne an die unten aufgeführten Medienkontakte oder sehen Sie auch die aktuelle Medienmitteilung von SwissFoundations.

Über EDUCA SWISS:
EDUCA SWISS ist die Schweizerische Stiftung für Bildungsförderung und -finanzierung. Sie unterstützt motivierte Menschen bei der Umsetzung ihres Bildungsvorhabens, dies zum einen durch kostenlose Begleitung bei der Planung und der Budgetierung ihrer berufsbezogenen Aus- oder Weiterbildung, zum andern durch Vermittlung von zinsgünstigen Bildungsdarlehen. EDUCA SWISS vergibt seit dem 1. Lockdown schweizweit Nothilfe.

Medienauskunft:

Luisa Böbner

Kommunikationsverantwortliche

Simon Merki

Simon Merki

Geschäftsführer

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Wir vergeben Nothilfe für krisenbetroffene Studierende und Auszubildende.